Der Jahresrückblick für 1994 der Röthenbacher Leichtathleten verdeutlicht die Dominanz

Schatten fiel auf Positives durch Tod von Helmut Freller

Bezirksrekorde aufgestellt und 51 Kreistitel geholt

Martina Most war am erfolgreichsten

Sportlich gesehen gab es für die LG 1994 einen Umbruch

Im 15. Jahr des Bestehens der LG Röthenbach gab es sportlich gesehen einen Umbruch. Während in den vergangenen Jahren die großen Erfolge von den Senioren erbracht wurden, waren es 1994 die Schüler, die vorwiegend von sich reden machten. Insgesamt holten LG-Athleten 51 Kreistitel, dies sind neun weniger als noch im vergangenem Jahr. Allerdings gab es bei den A-Schülern Überschneidungen mit den. Bezirksmeisterschaften, so daß sie an den KreiswettkäMpfen nicht teilnehmen konnten. Einen Schatten auf das sportlich positive Jahr warf der Tod Helmut Frellers am 6. März. Mit ihm verlieren die Leichtathleten eine prägende Figur des Röthenbacher Sports und mit mehreren Bayerischen Meisterschaften wohl auch ihren erfolgreichsten Vertreter.

LG Röthenbach

Im Schülerbereich waren es neben Martin Menne die C-Schüler und -Schülerinnen, die das Bild der LG. prägten. Martina Most erkämpfte sich bei Kreismeisterschaften mit acht Titeln die meisten der LG-Athleten. Sie erreichte im 800-m-Lauf und mit der 3x 800-m-Staffel neue Bezirksrekorde und steht in der aktuellen Bezirksbestenliste neben den Läufen auch im Hochsprung mit 1,36 m auf Platz eins. Mit 2:42,26 min verbesserte sie bei der Hersbrucker Meile im Juli den Bezirksrekord über 800 m um 16/100 sec. Zusammen mit Katharina Franz und Pauline Füg peilte Martina Most am 27.7. in Höchstadt den 3x 800-m-Rekord an. In erstklassigen 8:37,58 min, dies entspricht einem. Durchschnitt von 2:52 min, damit würde jede einzelne unter den besten Fünf in Mittelfranken geführt werden, steigerten die Mädchen den Rekord um 45 sec.

Die zweitmeisten Kreismeisterschaften heimste Katharina Franz ein. Sie stand insgesamt sechsmal auf dem obersten Treppchen. Mit 1,22 m im Hochsprung bei den Hallenwettkämpfen erzielte sie ihre beste Leistung. Auf fünf Kreistitel brachte es Verena Beck. Als Mannschaft waren Martina Most, Pauline Füg und Christine Babel bei den Waldlaufmeisterschaften in Reichenschwand Anfang April erfolgreich. Diese konnten Martina Most bei den Elfjährigen und Christine Sabel bei den Zehnjährigen auch gewinnen. Als Mehrkampfmannschaft siegten in Hersbruck Martina Most, Verena Beck, Katharina Franz, Sandra Gayduschek und Katharina Wagner sowohl in der Drei- als auch in der Vierkampfwertung.

Den Dreikampftitel der Zehnjährigen gewann Sandra Gayduschek, die den Vierkampf Katharina Franz überließ. Auf allen im Kreis gelaufenen Langstrecken für Zehnjährige lag Christian Kuhne vorne. So gewann er den 5-Runden-Lauf in der Halle, den Waldlauf sowie die 1000-i-1;1-Meisterschaft im Freien. Bei der Hallen-Staffel und in der Waldlauf-Mannschaftswertung war Christian Kuhne mit Bernd Pröbster, Volker Hierteis und Matthias Scharf erfolgreich. Bernd Pröbster sicherte sich auch den Einzeltitel im 1000-m-Lauf der elfjährigen Schüler.

LG Röthenbach

Bei den D-Schülern wirkte Thomas Babel bei allen drei Kreistiteln mit. Im Waldlauf war er als Einzelläufer und mit Alexander Eger und Christian Luber als Mannschaft siegreich. In der Staffel waren bei den Hallenwettkämpfen in Röthenbach Stefan Malz, Christian Luber und Matthias Ziener dabei. Auch die D-Schülerinnen ließen sich den Kreistitel in der Staffel nicht entgehen. In der Halle siegten Nadine Schemm, Eva Häusler, Anna Hensen und Verena • Scheuenstuhl.

Während in den unteren Schüler-klassen C und D jeweils bis zu 25 Schüler an Training und Wettkampf teilnahmen, nahm die Zahl in den oberen Schülerklassen auf zehn Athleten ab. Dennoch gibt es auch hier 20 Kreistitel zu verzeichnen. Sieben davon erkämpften sich die B-Schüler und -Schülerinnen. Allen voran zeigte Matthias Hartig seine Qualitäten im Sprintbereich. Bei den Titelkämpfen am 16.7 in Hersbruck lief er mit 7,16 sec eine hervorragende Zeit und hatte mit 4,53 m im Weitsprung eine weitere Spitzenleistung erzielt. Beide Leistungen müßten in den Bezirkslisten unter den ersten Fünf auftauchen.

Großer Vorsprung

LG Röthenbach

Bei den Kreisblockmehrkämpfen Sprint/Sprung am 17.9. in Lauf holte sich Matthias Hartig mit dem 50-m-Lauf (7,4 sec) und dem 60-m-Hürden-lauf (12,3 sec) bereits einen so großen Vorsprung heraus, daß ihn trotz dreier Fehlversuche bei der Anfangshöhe im Hochsprung keiner mehr gefährden konnte. Weitere Kreistitel in dieser Altersklasse sicherten sich Kathrin Puka (2000 m; Waldlauf) und die 4x 50-m-Staffel mit Stefanie Frischholz, Kirstin Christoffers, Alexandra Otto und Bianca Neubauer. Im 50-m-Rennen der Zwölfjährigen verpaßte Stefanie Frischholz im Juli mit nur 1/100 sec Rückstand in 7,76 sec die Meisterschaft.

Besonders erfreulich verlief das Jahr für den A-Schüler Martin Menne. Der 14jährige, der erst seit zwei Jahren Leichtathletik betreibt, konnte sich von Wettkampf zu Wettkampf steigern und erreichte schließlich bei den Deutschen Blockmehrkampfmeisterschaften in Wesel den 7. Platz. Dadurch gelang ihm auch der Sprung in den BLV-Schülerkader. Für die Deutschen Meisterschaften qualifizierte sich Martin Menne über die Bayerischen am 18. 6. in Illertissen. Mit 2679 Punkten schloß er dort als Dritter im Block Sprint/Sprung ab. Seine besten Ergebnisse waren dabei: 9,72 sec über 75 m; 1,68 m im Hochsprung sowie 12,06 sec im 80-m-Hürdenlauf.

Noch zulegen konnte Martin Menne bei den Deutschen am 10.7. Mit 2756 Punkten kam der 14jährige Schüler auf den 7. Platz. Mit 11,64 sec (80 m Hürden); 1,68 m (Hoch); 9,43 sec (75 m); 5,72 m (Weit) und 27,94 m (Speer) erzielte er durchweg gute Ergebnisse. Bei den Mittelfränkischen Einzelmeisterschaften lief Martin Menne am 3.7. in Nürnberg mit 9,43 sec seine Bestzeit über 75 m. Er kam damit auf den 3. Platz.

Vizemeister im Bezirk wurde Martin Menne im Stabhochsprung mit ausgezeichneten 2,50 m. Bei den Bayerischen Meisterschaften am 24.7., ebenfalls in Nürnberg, hatte Martin Menne seine besten Ergebnisse im 80-m-Hindenlauf und im Weitsprung. Beidemal wurde er Dritter. Uber die Hürden kam er auf 11,52 sec, im Weitsprung fehlten ihm mit 5,93 m nur Zentimeter zur 6-m-Grenze. Gute Ergebnisse bei den A-Schülern gab es noch durch. Andreas Schemm, der, im Dreisprung mit 10,54 m bei den Bezirkswettkämpfen als Vierter abschloß.

Bei den. Bayerischen landete er bei 10,36 m und dem .16. Platz. Manuel Friedrich sprang mit dem Stab 2,20 m und belegte. damit den 12. Platz bei den Landesmeisterschaften. Zu Kreisehren in dieser Altersklasse kamen KriStina Leßnaü (50 m Halle; 50 m Hürden Halle; Waldlauf; 75 m), Manuel Friedrich (Hochsprung Halle; Block Sprint/Sprung; 80 m Hürden), Andreas Schemm (Block Sprint/ Sprüng; 80 m Hürden), Christian Kostler (Block Lauf); Jürgen Wagner (Vierkampf) und Kathrin Zintl (Block Sprint/Sprung).

Einziger A-jugendlicher

Für den einzigen A-Jugendlichen der LG Röthenbach, Matthias Miedreich, verlief die Saison nicht ganz nachseinen Vorstellungen. So konnte er die 50sec-Grenze auf 400 m nicht durchbrechen. Dennoch erzielte er bei Bayerischen und Nordbayerischen Meisterschaften ansprechende Plazierungen.

So wurde er bei den Nordbayerischen Hallenwettkämpfen über 60 m Sechster des B-Endlaufes. Seine Zeit: 7,48 sec. Bei den Landesmeisterschaften in der Halle kam Matthias Miedreich mit 51,84 sec als Achter ins Ziel. Bei den FreiluftmeisterSchaften über dieselbe. Distanz errang er in 50,81 sec den 5. Platz. Kreismeister Wurde Matthias Miedreich in der Halle über 50 m, im Hochsprung sowie im Kugelstoßen. Im Freien war er mit 11,54 sec Kreisbester über 100 m. Die Waldlaufmeisterschaften der B-Jugendlichen gewann Thorsten Schmidt in Reichenschwand.

Mit Stefan Dietz, Jürgen Walker und Mathias Meier besteht die Röthenbacher Männerriege .aus Athleten, die schon seit der Schülerzeit die.LG vertreten: Stefan Dietz startete bei den Nordbayerischen Hallenmeisterschaften in Fürth. Mit 7,31 sec und einem 4. Platz im B-Endlauf erreichte er über 60 m ein ausgezeichnetes Ergebnis.

An diesen Wettkämpfen nahm auch Wurfspezialist Jürgen Walker teil. Er konnte mit 13,17 m zu einem 5. Platz im Kugelstoßen gelangen.. Bei den Mittelfränkischen Freiluftmeisterschaften in Zirndorf kam Jürgen Walker am 14:5. mit 12,47 m im Kugelstoßen auf Rang 6 und im Diskuswurf mit 35,38 m auf Rang 5. Mathias Meier stabilisierte 1994 seine Hochsprungleistungen des Vorjahres, indem er bei fast jedem Wettkampf die zwei Meter übersprang, erstmals bei den Nordbayerischen Hallenmeisterschaften. Mit 2,01 m stand er als Drittplazierter mit auf dem Treppchen. 14 Tage später steigerte Mathias Meier bei den Bayerischen Hallenwettkämpfen seine Höhe um einen Zentimeter und landete damit auf Platz 9.

Bei den Mittelfränkischen Open Air gelang ihm der Sprung über zwei Meter nicht. Mit 1,98 m wurde er hier Dritter. Mathias Meier sicherte sich mit Sprüngen über 1,92 m und 1,96 m die Kreismeisterschaften; sowohl in der Halle als auch auf der Bahn. Daß ihm nicht nur der Hoch, sondern auch der Weitsprung liegt, stellte Mathias Meier am 16.7. in Bad Windsheim unter BeWeis. Mit exzellenten 6,19 m gewann er dort die Konkurrenz.

Gute Vorsätze

Mit guten Vorsätzen begannen die Senioren die neue Saison. Hauptziel war ein Zehnkampf im Sommer. Durch VerletZungen von Fritz Kuhne und Werner Schopf ging dann jedoch mit Erwin Hermann (M 50) nur ein Röthenbacher in den Wettkampf. Am 8, August hatte Erwin HerMann sein Zelinka.mpf-Debüt in der M 50. Als Drittpazierter des Seniorenmehrkampfes im oberbayerischen Zorneding erkämpfte er sich 5029 Punkte. Vor allem ist hier der Stabhöchsprung herauszuheben, bei dem er fast ohne Training 2,30 m überqueren konnte. Seine weiteren Leistungen betrugen: 13,58 sec (100 m); 4,79 m (Weit); 9,65 m (Kugel); .1,48 m (Hoch); 69,27 sec (400 m); 21,10 sec:(110 m Hürden); 31,66 m (Diskus); 2,30 m (Stabhoch); 28,48 m (Speer); 6:09,69 min (1500 m). Fritz Kuhne (M 50) ging erstmals wieder im Herbst an den Start und konnte vor heimischem Publikum beim nationalen Seniorensportfest seine Stärke im Hochsprung unter Beweis stellen. Mit 1,50 m gewann er den Wettbewerb. Bei einem Sportfest in Nürnberg legte Fritz Kuhne noch einen drauf und beendete dort den Wettkampf siegreich mit 1,55 m. Zusätzlich gewann er noch den Dreikampf mit 2981 Punkten und den Diskuswurf mit 32,04 m. Christa Kuhne (W 50) schloß den Dreikampf ebenfalls als Erste mit 1704 Punkten ab. Herausragendste Leistung war dabei der Weitsprung mit 3,59 m.

Erster LG Erfolg

Den ersten LG-Erfolg 1994 konnte Birgit Kuhne feiern. Beim DreiKönigs-Lauf in Kersbach gewann sie den Hobbylauf über 6100 m. Das hauptsächliche Augenmerk der Langstreckler galt 1994 jedoch dem Marathon-Lauf. So startete die Läufertruppe in Hamburg und Essen. In Hamburg war mit 2:45,02 Stunden Erwin Unfried am schnellsten. Insgesamt wurde er damit 208. von immerhin 7826 Läufern. In Hamburg dabei waren auch Heinz Lehner (3:20,47), Martin Schlinger (3:27,17),, Willy Scherm (3:25,25), Horst Lang (3:29,33), Max Schmidt (3:52,36) und Thomas Hempel (4:00,27).

Beim Essen-Marathon (Rund um den Baldeney-See) war Thomas Deutscher schnellster Röthenbacher. Mit 2:34,42 Stunden belegte er den 15. Platz. Insgesamt waren 1040 Läufer am Start. Die LG-Farben vertraten weiterhin Willi Scherm (3:15,53), Monika Barm (3:28,04, Platz 1 in der W35!), Armin Lindstedt (3:28,58), Stefan Sporrer (3:45,13), Birgit Kuhne (3:48,01), Max Schmidt (3:51,30), Thomas Hempel (3:51,45) und Helene Christel (5:03,23).

Die Sportfeste der LG Röthenbach waren nicht vom gewünschten Erfolg geprägt. So kamen beim Seniorensportfest und dem 1. Manfred-Stepan-Gedächtnis-Sportfest nur knapp die Hälfte der sonstigen Teilnehmer.

Dicht gefülltes Programm

Dies lag vor allem daran, daß die Senioren, im September ein dicht,ge_fülltes Programm mit Bayerischen und Deutschen Meisterschaften hatten. IM letzten Jahr kamen noch die Veteranen-Spiele in Tokio hinzu, bei denen die Deutschen Teilnehmer mit dabei sind. Dennoch gab es zahlreiche gute Leistungen. Der Hochsprung des ältesten Teilnehmers, Walter Hess (72), mit 1,34 m sollte besondere Erwähnung finden. Mit 142 Teilnehmern war die Röthenbacher Bahneröffnung am 1. Mai zwar gut, aber nicht so stark wie im letzten Jahr, besetzt. Mit den Leistungen, vor allem im Sprintbereich, der in Röthenbach bei der Preisverleihung immer besondere Aufmerksamkeit findet, konnte der Veranstalter sehr zufrieden sein, da wieder zahlreiche Bayerische Spitzenergebnisse erzielt wurden.

Ein voller Erfolg

Ein voller Erfolg war im vergangenem Jahr die Vereinsmeisterschaft. Trotz nahezu 100 Startern die jüngste war gerade vier Jahre alt - blieb die familiäre Atmosphäre erhalten. Bei der zum zweiten Mal ausgetragenen Familienwertung meldeten sich 17 Mannschaften an. Erste wurde Familie Babel mit Margret, Wolfgang, Thomas und Christine.

Insgesamt bleibt für 1995 zu hoffen, daß die Röthenbacher Leichtathleten sportlich an das Jahr 1994 anknüpfen können.


Rückblick 1994 am 30.12.1994 in Röthenbach

LG Röthenbach

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