8. Ansbacher Läufertag am 18.07.2012

„Wettrennen“ im historischen Onoldsbach

Seit 1221 bekannt unter dem neuen Namen Ansbach – geht auf ein 748 zwischen den Flüssen Onoldsbach und Rezat gegründetes Benediktinerkloster zurück, das im Laufe der Jahrhunderte mit einer nahegelegenen Siedlung zu einer Stadt zusammenwuchs. Zur Blüte kam Ansbach jedoch erst 1361 als Residenzstadt des Hohenzollerschen Herrschaftsgebiets. Fast 500 Jahr später sollte Ansbach zu trauriger Berühmtheit gelangen, als Kaspar Hauser, der von 1831 bis 1833 dort gelebt hatte, einer im Hofgarten erlittenen Stichwunde erlag. Das moderne Ansbach ist neben seinem Sitz der Bezirksregierung Mittelfranken und einigen sportlichen Erfolgen in Hand- und Basketball unter anderem für die Ausrichtung sportlicher Wettkämpfe in Radsport und Leichtathletik bekannt.

Ein solcher sollte am vergangenen Mittwoch das Ziel einer siebenköpfigen Athletengruppe um Trainer Ebus Keppke sein. Nach langer Fahrt und der ein oder anderen „Abkürzung“ erreichte die Mannschaft den in eine wunderschöne Landschaft gebetteten Sportplatz des TSV 1860 Ansbach und war erst einmal verblüfft. Denn beim Blick auf die Meldelisten stellte man fest, dass allein die 800m in 9 Zeitläufe aufgeteilt werden mussten. Eine so hohe Teilnehmerzahl hatte man nicht erwartet, war jedoch positiv überrascht und umso motivierter zu zeigen, was Röthenbach so kann.

Eröffnet wurde das Rennen über 800m von Fynn Hoyer im ersten Zeitlauf. Im nach Meldezeiten zusammengestellten Feld konnte sich Fynn, der zum ersten Mal über diese Distanz an den Start ging, auf einem tollen dritten Platz (3:11,33) behaupten, was für ihn sogar Platz zwei der M9 bedeutete. Denise Anderie und Leoni Stritz lieferten sich im vierten Zeitlauf ein packendes Duell, das Zuschauer und Mannschaftskollegen zum lautstarken mitfiebern brachte. Nach den zwei Stadionrunden hatte Denise hauchdünn die Nase vorn und belegte so in 2:55,94 den dritten Platz der W12 knapp vor Leoni, die in 2:56,49 einen Platz hinter Denise landete. Auch der nächste Zeitlauf fand nicht ohne Beteiligung der LG statt. Fiona Hoyer errang in einem gemischten und stark besetzten Feld den fünften Rang und konnte sich bei der anschließenden Siegerehrung über den zweiten Platz der W12 in 2:50,26 freuen. Vanessa Schließl, die mit ihrer frischen 800m Bestzeit (2:40,86) im Rücken topmotiviert anreiste, musste im sechsten Zeitlauf einen ordentlichen Dämpfer verdauen. So gelang es ihr nicht im gemischten Feld an ihrem Vordermann vorbeizugehen, was jedoch weniger an ihrer Tagesform, sondern vielmehr an der offen zur Schau getragenen Unsportlichkeit dieses Teilnehmers lag. Dessen Abwehrversuche in Form von Schlangenlinien machten es Vanessa unmöglich ihre Bestzeit nochmals zu unterbieten, obwohl sie bis dahin laut eigener Aussage „voll auf Kurs“ lag. So blieb am Ende zwar ein zweiter Platz der WJ U18 in 2:43,62, doch der säuerliche Beigeschmack bleibt. Deutlich besser lief es dagegen bei Tim Wecera im achten Zeitlauf. Er lief ein starkes Rennen und kam dem späteren Sieger im Schlussspurt noch gefährlich nahe. Nach dem Zieleinlauf war er dennoch hochzufrieden, bedeutete seine Zeit von 2:22,19 doch den ersten Platz der M14. Die 800m wurden schließlich von Florian Hartmann im neunten und letzten Zeitlauf abgerundet. Aufgrund einer im Training vom Vortag erlittenen Verletzung am Fußgelenk war sein Start zunächst nicht gesichert. Dennoch nahm er die Herausforderung an und kam in 2:17,39 auf den vierten Platz, gleichbedeutend mit dem ersten Platz der Männer. Zufrieden war er jedoch nicht, hatte er doch zwischen 400m und 600m zu viel Zeit „liegen gelassen“, was „definitiv am Fuß lag“, so Florian nach dem Rennen.

Für den letzten Programmpunkt des Tages sorgte Julian Wecera, der zum ersten Mal über 5.000m an den Start ging. Nach furiosem Start musste er dem zu hohen Anfangstempo Tribut zollen und verlor einige Plätze. Am Ende reichte es trotzdem für den neunten Platz (20:26) im ersten von zwei Zeitläufen und so konnte sich Julian schlussendlich über Platz 6 bei den Männern freuen. Wieder zu Kräften gekommen versicherte er jedoch, er habe mit den 5.000m „noch eine Rechnung offen“.

Obwohl die gesamte Mannschaft der LG Röthenbach erfolgreich und – im Gegensatz zu Kaspar Hauser vor 200 Jahren – gesund und munter die Rückreise antrat, war nicht jeder zufrieden. So wird die Motivation beim nächsten Wettkampf nun umso größer sein!


Läufertag am 18.07.2012 in Ansbach

Hartmann

Hartmann

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